Medien, Sport und Politik

Von Aston Villa und Werder Bremen bis Kurt Beck, von FAZ und SZ bis zu den Mavericks

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Mediales am Donnerstagmittag

Verfasst von Felix am Donnerstag,3 April, 2008

Anfang dieser Woche lief mein Probe-Abo der Süddeutschen Zeitung ab. Nach langen Überlegungen habe ich mich entschieden kein Abo abzuschließen, was aber nicht an der mangelnden Qualität der Zeitung liegt. Gerade das Politik- und Sportressort hat mich mit den umfangreichen Hintergrundberichten sehr begeistert. Aber ich habe eben auch erfahren, dass ich einfach nicht mehr der Tageszeitungsleser bin, der morgens vor der Arbeit als erstes zum Briefkasten läuft und dann beim Frühstück 30 Minuten durch die Zeitung blättert. Ich schaue lieber morgens einmal über die Nachrichten-Websites, klappere ein paar Blogs ab und höre zwei Podcasts auf dem Weg zur Arbeit. Dennoch, falls sich jemand für ein Tageszeitungs-Abo interessiert, kann ich die Süddeutsche Zeitung sehr empfehlen. Und die Artikel von Raphael Honigstein über englischen Fußball gibt es meistens auch online.

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Und dann bin ich mit der ZEIT ehe schon ganz gut eingedeckt, was Lesestoff angeht. Seit heute erscheint die Wochenzeitung in leicht verändertem Layout, mit neuen Rubriken und Kolumnen. So gibt es zum Beispiel im Politikteil jetzt zwei Meinungsseiten, wo Redakteure und Politiker über aktuelle Themen ihre Meinung sagen. Darüberhinaus ist das Layout etwas moderner, übersichtlicher und einfacher geworden. Die beiden Titelthemen, der Erfolg der deutschen Kunst und die bunte Republik Deutschland bezüglich neuer Koalitionen, haben Chefredakteuer Giovanni di Lorenzo dazu veranlasst auch das Erscheinungsbild der ZEIT zu verändern. Die ZEIT dürfe sich verändern, werde aber ihre Wesenszüge nie aufgeben. Der Online-Auftritt wurde in den letzten Monaten auch mehrmals überarbeitet.

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Und wo wir gerade bei veränderten Online-Auftritten sind, darf ein Hinweis auf den Relaunch der BBC-Websiten nicht fehlen. Der News-Bereich sowie die Fußball-Titelseite sind schon angepasst, ein paar Unterkategorien im Sport-Bereich, wie zum Beispiel die Premier League, sind noch nicht überarbietet. Insgesamt wirkt der neue Auftritt aufgeräumter, übersichtlicher, schlichte Nachrichten, Kolumnen, Hintergründe sind besser voneinander getrennt und leichter zu finden. Die BBC hat in ihrem Sport-Blog die Leser über das neue Layout informiert [1, 2, 3], zudem gibt es dort eine Diskussion mit den Verantwortlichen der BBC über Verbesserungsvorschläge.

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Gestern wurde in New York eine Studie des Marktforschungsunternehmens ABI-Research vorgestellt, die Video-on-Demand Plattformen wie Maxdome, aber auch vod.premiere Wachstum in den nächsten Jahren bescheinigt. Die Preise sollen sinken, dafür soll mehr durch Werbung finanziert werden. Ganz interessant ist vor allem ein Punkt, den ich aber in einem Artikel auf Sat+Kabel wiederfand. Demnach sind die Video-on-Demand Angebote von Sky in den Bereichen Sport und Film für Abonnenten kostenlos, während PREMIERE-Abonnenten für eine Übertragung online nochmal seperat bezahlen müssen. Eat this, Herr Börnicke.

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Ganz ganz schwache Quoten für Champions TV gestern Abend bei der Partie Istanbul gegen Chelsea. Sat.1 hat wohl auf den Ballack-Effekt gehofft. aber mal ganz ehrlich. Wer, der Michael Ballack regelmäßig sehen will, hat kein PREMIERE-Abo? Fußball im Free-TV, zumindest was Partien ohne deutsche Beteiligung angeht, kann man auch streichen. Der Interessenkreis ist dafür einfach zu klein bzw. schaut ehe schon bei PREMIERE. Könnte interessant werden, ob Sat.1 oder auch RTL überhaupt nochmal um solche teuren Rechte mitbieten oder die PREMIERE gleich mit den Pay-TV Rechten zusammengeschenkt werden.

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Schöner Artikel im Tagesspiegel über die Blogger-Konferenz “re:publica”.

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Wahrscheinlich haben die meisten die gestrige Hart aber Fair”-Sendung verpasst. Ich würde mir die nochmal angucken, als ich diesen Artikel bei der FAZ gelesen habe.

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Bringt mich ein SZ-Probeabo zurück zur Tageszeitung?

Verfasst von Felix am Sonntag,9 März, 2008

Am vergangenen Dienstag hatte ich auf dem Bremer Hauptbahnhof noch ein bisschen Zeit, bis mein Zug fuhr. In Bahnhofshalle war dort mal wieder ein Zeitungsstand. Fast jede Woche steht da irgendein Zeitungsverlag, mal die FAZ, mal die SZ, mal die ZEIT oder auch die FTD. Letzte Woche war da mal wieder die Süddeutsche Zeitung. Und ich habe lange überlegt, ob ich hingehe und ein Probeabo mal abschließe - habe mich dann doch dazu entschlossen.

Jetzt darf ich in den nächsten zwei Wochen also mal die Süddeutsche Zeitung kostenlos testen. Was mir im Nachhinein - nachdem ich schon unterschrieben hatte und im Zug saß - auffiel, ist, wie wenig ich in den vergangenem Jahr die morgendliche Tageszeitung vermisst habe. Als ich noch in Hannover gelebt habe, hatte ich ein Abo der Hannoverschen Allgemeine, in meiner erste Zeit in Bremen ein Abo des Weser-Kurier. Beides habe ich dann gekündigt, weil es für mich irgendwie keinen Sinn mehr machte morgens noch in die Zeitung zu blicken. Meine Infos bekomme ich alle aus dem Internet oder dem Morgenmagazin, alternativ über diverse News-Podcasts, die ich auf dem Weg zur Arbeit höre.

Ich will jetzt keine Debatte anfangen, ob man überhaupt noch Tageszeitungen braucht. Für viele nicht internetaffine Leute ist das sicherlich eine wichtige Informationsquelle. Aber gerade bei jüngeren Lesern sind die Tageszeitungen immer weiter abgeschlagen, nur bei den über 65- jährigen hat man einen Großteil der Abonnenten. Gibt es überhaupt eine Attraktivität von Tageszeitungen für Berufstätige, die morgens kaum Zeit haben ausführlich die Zeitung zu lesen? Ganz ganz langsam dürfte dann das demografische Problem auch die Tageszeitungen zum Reagieren zwingen. Irgendwann stehen dann immer mehr Leute der Kategorie 25+ oder 35+ vor der Tür. Was kann eine Zeitung veranstalten, damit diese potentiellen Abonnenten auch die Tageszeitung lesen?

Ich habe bisher die SZ höchstens mal im Flugzeug auf dem Weg in den Urlaub gelesen. Deswegen werde ich mal genau gucken, was die SZ so auf die Beine stellt, wie werden Nachrichten aufbereitet, wie wird die Zeitung gestaltet. Und natürlich lese ich dann auch ein bisschen was. Ich bin schon gespannt, ob ich mich mit der SZ anfreunden kann.

Also wenn in nächster Zeit mal ein paar Berichte über die Süddeutsche Zeitung hier auftauchen, liegt das an meinem Probe-Abo. Ausgang offen.

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Peter Limbourg will es um 20.00 Uhr allen zeigen

Verfasst von Felix am Dienstag,12 Februar, 2008

Im SPIEGEL dieser Ausgabe ist im Medienbereich ein kurzes Interview mit dem Fernsehjournalisten Peter Limbourg, der sich zu den Plänen von Sat.1 äußert ab dem 17. März die Hauptnachrichtensendung von Sat.1 um 20h00 parallel zur Tagesschau ausstrahlen zu wollen.

Auf die Frage warum Sat.1 sich für den neuen Sendeplatz entschieden hat, sagt Limbourg folgendes:

“Das ist kein Angriff. Wir werden eine Alternative zur Tagesschau bieten, und Platz ist dafür allemal. Ganz besonders bei den 14-49-jährigen. Da hat die Tagesschau unter der Woche im Schnitt 10% Marktanteil, und ich glaube nicht, dass diese Zielgruppe nicht mehr zu erreichen ist.

Ich überlege mir gerade, ob Limbourg davon ausgeht, dass man unbedingt um 20h00 Nachrichten schaut. Ein Großteil der 14-49-jährigen schaut, und das haben Zahlen belegt, die Nachrichten bei den Kollegen von RTL um 18h45. Und damit hat sich das wohl. Und wie gesagt der Rest, der an Nachrichten interessiert ist, die Tagesschau oder heute im ZDF. Was soll da noch für Sat.1 bleiben? Ich glaube nicht, dass Sat.1 Zuschauer von anderen Nachrichtensendungen gewinnen können, weil warum soll man beliebte Fernsehgewohnheiten ändern, nur weil da jemand auf den Markt prescht. Also bleibt meiner Meinung nach vor allem die Rekrutierung neuer Zuschauer. Und das wird in Zeiten des Internet und der ehe allgemeinen Bocklosigkeit auf Nachrichten wohl eher schwierig, zumal Sat.1 mit NULL Vertrauensvorschuss ins Rennen geht.

Auf die Frage, ob Limbourg Befürchtugen sehe, dass viele junge Zuschauer eben nicht kommen, sondern beim Boulevard landen, meint Limbourg.

“Genau diesen Fehler wollen wir vermeiden. [...] Man darf keine Zielgruppe von vorneherein ausschließen. Ich bin Politikjournalist und stehe für politische, relevante und vielfältige Nachrichten. Das ist mein Konzept.” 

War das nicht auch der Ansatz von Thomas Kausch? Mehr Politik, mehr Hintergründe, weniger Klatsch, weniger Boulevard? Damit ist er nicht gescheitert, aber der Sender wollte es nicht mehr. Jetzt auf einmal wieder der Sinneswandel in Berlin. Kontinuität sieht anders aus. Und gerade bei Nachrichten braucht man Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. Doch das ist hier nicht erkennbar. Für was steht denn Sat.1 im Bereich der Nachrichten?

Zuletzt äußert sich Limbourg noch zu den Nachrichten bei den öffentlichen-rechtlichen im Vergleich zu den privaten Sendern. Konfrontiert mit der Frage, dass bei den privaten der Anteil von Nachrichten deutlich geringer ist, stellt Limbourg fest:

“Nachrichten müssen nicht öffentlich-rechtlich oder privat sein, sondern journalistisch. Wir machen bei Sat.1 einen Neuanfang.”

Auf die Frage, was Sat.1 machen würde, wenn die Quote nicht so toll ist, sagt Limbourg, dass Sat.1 einen langen Atem haben wird.

Das sieht man ja bestens in den letzten Zeiten, ständige Umstrukturierungen im Abendprogramm wegen niedriger Quoten, kaum klare Struktur. Kürzung von Nachrichten und Magazinsendungen, ständige neue Namen für alten, lediglich neu aufbereiteten Content.

Und mal ganz ehrlich. Wer wird jetzt um 20h00 die Sat.1 Nachrichten schauen, wenn er es bisher auch nicht um 18h30 gemacht hat? Vielleicht wechseln ja ein paar Zuschauer der RTL2-Nachrichten zu Sat.1. Mit Peter Limbourg hat man zwar Seriösität und Kompetenz gewonnen, doch das Problem ist wohl auch nicht die Person, sondern der Sender, der in den letzten Wochen und Monaten sein Image derart ramponiert hat. Tja, und wenn das Image einmal im Eimer ist, wird es eben schwierig. Und dann auch noch so realitätsfern sein und um 20h00 die Hauptnachrichtensendung zu senden, setzt dem ganzen die Krone auf. Kleiner Tipp: Wer nicht so lange warten will, einfach mal am frühen Abend bei N24 vorbeischauen, wo die Beiträge, die es dann wohl auch um 20h00 Uhr geben wird, schon sicherlich gegen 18h00 laufen werden.

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Wenn es einfach zu lange dauert…

Verfasst von Felix am Freitag,11 Januar, 2008

ad1: 10 Monate verhandelt - und bisher ist nichts dabei rausgekommen. Ein Armutszeugnis für die GDL und die Deutsche Bahn. Im einzigen Punkt, wo man ganz groß war, waren die gegenseitigen Beschuldigungen, seitenlange Anzeigen in Tageszeitungen und im Androhungen von Konsequenzen. Und wir Bürger sind bis jetzt immer die Dummen gewesen. Was haben die letzten 10 Monate gebracht? Rein gar nichts. Seit ein paar Wochen sitzt man nun am Verhandlungstisch, schottet sich von der Öffentlichkeit ab, hat geheime Gespräche mit Verkehrsminister Wolfgang Tiefensee, doch eine Einigung gibt es jetzt anscheinend doch wieder nicht. Komisch, dass vor zwei Tagen alle noch so zuversichtlich waren. Oder ist es der GDL übel aufgestoßen, dass die Deutsche Bahn AG Verfassungsklage gegen den Streik eingereicht hat? Dieser Punkt zeigt nur eines: Wie unsensibel sich die Bahn in den ganzen 10 Monaten verhalten hat. Sie war nie Herr der Lage, sie war schwach. Die GDL entscheidet am Sonntag über neue Streiks. Ich gebe schon mal ein Tipp ab, wie es ausgeht. Am Sonntag beschließt man weitere Verhandlungen und verpulvert weiter Geld, weil nichts Gescheites dabei rauskommt. Kompromiss ist ein Fremdwort für die Beteiligten.

ad2:Dass Deutschland meiner Meinung nach nicht über einen qualitativ vernünftigen Nachrichtensender verfügt, habe ich hier schon mehrmals berichtet. Deshalb setze ich ja auch große Hoffnungen in die Bemühungen der ARD einen ihrer digitalen Kanäle als 24-Stunden-Nachrichtensender einzurichten. doch meine Hoffnungen haben auch wieder einen Dämpfer bekommen. Die Zeitschrift Digitalfernsehen will erfahren haben, dass jetzt sowohl ARD als auch ZDF eigene Nachrichtenkanäle planen. Das ist ein Fakt, den man eigentlich immer vermeiden wollte, dass beide ÖR ihre eigenen Kanäle umstrukturieren. So gibt es doch wieder nur die Verschwendung von Ressourcen und eine neue zusätzlich herbeigebrachte Konkurrenz zur Lasten der Qualität. Und mal was ganz anderes: Es wird geplant, geplant, geplant. Vielleicht handelt man auch mal. Denn mittlerweile lebe ich mit Sky News hervorragend. Also liebe ÖR,  lasst euch nicht mehr zu viel Zeit.

ad3:Und was ganz Privates: Ich bin großer Fan von NavyCis, habe alle DVD-Boxen der bisherigen drei Staffeln. Aber wann kommt Staffel Vier? Das müsste doch mal so langsam sein. Wenn irgendein Leser etwas Genaueres weiß, bitte her damit. Das dauet mir einfach zu lange.

Und auch mit der Premier League Preview wird es heute nichts mehr, das ich das zeitlich nicht schaffe. Also ersten morgen Früh. Nicholas Anelka wechselt lt. FC Chelsea von den Wanderers zu den Blues. Später mehr.

Zuletzt noch ein Lesetipp: Alexander Krei/Quotenmeter über die Medienkritik von Günter Oettinger.

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Zitat des Tages: Mittwoch 09. Januar 2008 - Medienkritik

Verfasst von Felix am Mittwoch,9 Januar, 2008

“Es gibt Fernsehprogramme, von denen erhebliche Gefahren  für Jugendliche ausgehen. Dies sind zum Beispiel RTL2 und Super-RTL.”
Baden-Württembergs Ministerpräsident Oettinger

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Die “Sport Bild” und ihr Verhältnis zu Wolff Fuss - aber das Abschreiben aus dem Internet klappt

Verfasst von Felix am Mittwoch,2 Januar, 2008

Ein ganz besonderer Neujahrsgruß kommt heute aus dem Axel-Springer-Verlag, von der Sport Bild. Nicht dass ich mich wundern würde, aber es ärgert micht mal wieder maßlos, wie dort journalistisch gearbeitet wird. Ich war heute Morgen in der Bremer Innenstadt, unter anderem auch auf dem Hbf, weil ich noch für einen Arbeitskollegen Fachzeitschriften gekauft habe. Dank langer Schlange an der Kasse im Zeitschriftenladen kurz mal in den TV-Teil der Sport Bild geguckt. Und siehe da, ich hätte es besser sein lassen sollen: Wolff Fuss wird mal wieder zutiefst kritisiert, diesmal aber nicht nur er alleine, sondern auch die, die seine Arbeit bewundern.

Bei der Bewertung der TV-Sendungen wird in der heutigen Ausgabe der Sport Bild auf das Spiel Arsenal-Tottenham vom 22.12. zurückgeblickt. Warum nun gerade dieses Spiel bewertet wurde, kann man sich denken: Es hat Wolff Fuss kommentiert, ein kleines Feindbild der Sport-Bild. In dem kurzen Artikel heißt es. Ich zitiere wörtlich:

“Im Internet versammeln sich immer häufiger die Fans von Wolff Fuss. Sie singen im Chor lauthals Lobeshymnen (”Fuss war heute wieder grandios”) und dulden keinen Widerspruch. Das grenzt schon an Heldenverehrung. Wir wagen trotz dieser Übermacht einen zaghaften Einwand: Der Fuss schien eingeschlafen in der ersten Halbzeit und zu Beginn des zweiten Durchgangs des Londoner Derbys. Dann weckte Keane mit einem Lattenschuss sein lautstarkes Temperament. Etwas wenig, oder?”

Ziemlich schlechter Artikel, oder? Gehen wir mal das Ganze nach und nach durch.

1. Ja, Wolff Fuss und seine Arbeit wird von vielen, mich mit eingeschlossen, sehr bewundert und häufig gelobt. Eine Heldenverehrung, wie von der Sport Bild tituliert, ist es aber bei weitem nicht. Ich kenne nur wenige Leute, die Wolff Fuss nicht von seinem Kommentatorenstil mögen. Zum einen ist dies die Sport-Bild, wäre ja auch mal interessant zu erfahren, warum dies so ist. Entspricht er nicht ihrem Stil? Seriösität gepaart mit Emotionen? Ist es das? Ich höre Wolff Fuss seit 2003 zu und er hat mir schon viele tolle Fußballabend beschert durch seinen Kommentar. Erinnert seien an Newcastle-Tottenham letzte Saison in der PL oder ManU-Roma sowie Liverpool-Chelsea in der CL. Da ist ein Wolff Fuss um Lichtjahre vom durchschnittlichen deutschen Kommentator entfernt. Das macht mir und vielen anderen Spaß zuzuhören. Und sowas lassen wir uns auch nicht von der Sport-Bild vermiesen. Dass die Internetforen voll von Lobeshymnen sind, kann ja auch mal die Sport-Bild hinterfragen.

2. So, das mal vorweg. Darum geht es mir primär auch gar nicht, sondern mehr um den Inhalt des Artikels der Sport Bild und die Vorgehensweise dabei. Hauptfrage für mich: Schauen die Sport Bild-Redakteure die Sendungen überhaupt selbst oder wird da sich von irgendwo her ohne Quellenangabe was zusammengekleistert ohne es, so wie es sich gehört, nachzuweisen? Es wird wohl nur nach Sympathie entschieden. Objektive Kriterien gibt es leider nicht. Oder wonach wird bewertet? Und von wem ist bei “wir” im Artikel die Rede? Die gesamte Sport-Bild, ein Redakteur? Hat der- oder diejenige Angst seinen Namen zu nennen? Das sollte bei einem Kommentar dazugehören!!

3. Soviel zur Formalia. Dass Fuss-Fans keinen Widerspruch dulden, ist ja mal eine nette These. Wo steht denn das? Gibt es Beweise für diese Behauptung? Ich selbst gebe zu, dass Fuss während des Spiels auch schlechte Phasen hatte. Insgesamt war es eine gute Kommentatorenleistung, aber bei weitem nicht das Optimum, aber immer noch besser als vieles in der deutschen Kommentatorenwelt. Und wenn die Sport-Bild auch mal genauer durch die Foren liest, gibt es hin und wieder mal auch kritische Stimmen zu der Arbeit von Wolff Fuss. Doch bei weitem respektieren wir Fuss-Fans auch Widerspruch und setzen uns damit auseinander. Er muss dann aber auch vernünftig belegt werden. Und nicht, wie bei der Sport-Bild ganz billig aus Internetforen abgeschrieben werden.

4. Vielleicht hat die Sport-Bild ja mal wieder ein kleines Feindbild entdeckt, dann eben mal Wolff Fuss. Bei jeder Gelegenheit wird Fuss von der Sport-Bild kritisiert, und meist, nicht immer, aber in 90% der Fällen völlig zu unrecht. Diesml gebe ich in Teilen Recht. Die erste Hälfte war nicht ganz so gut wie sonst, aber es war auch kurz vor Weihnachten und sein sechster Einsatz in den letzten acht Tagen. Was mich viel mehr aufregt, ist, dass die Sport Bild einfach so aus dem Internet ihre Formulierungen übernimmt und sich dabei nicht mal mehr schämt eine Quelle anzugeben. Und wie gesagt: Man pickt sich das raus, was gerade so in den Kontext des Schlechtmachens seitens der Axel-Springer-Presse passt. Schauen wir doch mal durch die Foren, was dort so am 22.12 geschrieben wurde.

Im Thread zum Internationalen Fußball bei Premiere im Digitalfernsehen-Forum schreibt am 22.12. User Drogba 09:

“Wolff Christoph Fuss war heute grandios.”

Das sind also die ganzen Lobeshymnen. Es gibt noch ein paar mehr davon am 22.12. Die Sport Bild übernimmt das Zitat einfach so vom User. Etwas weiter später im Thread schreibt User Jens Nowotny von der-kommentator folgenden Satz (Sorry Miro, aber ich zitiere dich jetzt mal wie alle anderen ohne vorher zu fragen.):

“Ihr könnt mich ruhig hängen, aber meiner Meinung nach war die Leistung von Wolff Fuss vor allem in Hälfte 1 und zu Beginn der 2. Hälfte wesentlich unter seinen Möglichkeiten. Erst als Keane an die Latte schoss und das Spiel interessant und spannend wurde, blühte Wolff Fuss auf.”

Liebe Sport Bild, es fällt auch nur durch leichtes Umverändern auf, dass man einfach das Zitat des Users leicht verändert hat. Richtig guter journalistischer Stil ist das nicht. Hat man bei der Sport-Bild denn keine eigene Meinung? Muss man Internet-User so wischiwaschi zitieren, damit man Stimmung machen kann? Es zeigt nur eines: Das ganz schwache Niveau der Sport Bild. Und wenn man sich seine Meinungen schon aus dem Digitalfernsehen-Forum zurechtbastelt, dann doch bitte mit Quellenangabe und Blumenstrauß an der User, der Platz fürs Heft gefüllt hat. Da sich die Sport Bild bei diesem Thread bedient hat, soll nur kurz darauf hingewiesen werden, dass auch die kritischen Stimmen gegen Wolff Fuss dort mit Respekt zur Kenntnis genommen wurden.

Ich frage mich schon die ganze Zeit, was die Sport Bild gegen Wolff Fuss hat. Dass sie ihn ständig kritisieren ohne irgendwelche Beweise in früherer Zeit, hat mich schon geärgert. Jetzt gibt es in der heutigen Ausgabe zum ersten Mal so ein bisschen was wie Objektivität in den Ausführungen. Doch Pustekuchen: Einfach leicht verändert aus den Internetforen abgeschrieben.

Als Wolff Fuss am 03. November das spannende Spiel Arsenal gegen ManU kommentierte, gab es vier Tage später in der Sport-Bild wiederum scharfe Kritik. Und diesmal gab es fast keinen, der irgendwas zu bemängel hatte an Wolff Fuss. Bei Miro von “der-kommentator” kann man die Story noch mal nachlesen. Und bitte lest euch auch die Kommentare durch. Ist es Zufall, dass sich Miro damals über die Sport Bild beschwert hat und jetzt gerade sein etwas negativer Post aus dem DF-Forum genommen wird?

Wie dem auch sei, einerseits nervt das ständige Kritisieren von Wolff Fuss ohne jegliche Fakten und von rein subjektiver Sicht ungemein. Wenn er Spieler falsch ausspricht oder falsche Infos gibt, kann ich das ja alles noch verstehen. Und dann kommt als i-Tüpfelchen jetzt auch noch das Abschreiben von Meinungen aus Internetforen für den eigenen Kommentar! Ganz schlechter Stil von der Sport- Bild. Bis auf Weiteres werden hier keine Quellenangaben vom Axel-Springer-Verlag mehr verwendet. Im Nachhinein weiß ich spätestens jetzt, warum die Kündigung des Abos vor drei Jahren richtig war.

Viel Spaß beim Zählen der Narben!

Felix

 

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Sitzen bei Sat+Kabel eigentlich nur Blöde?

Verfasst von Felix am Freitag,21 Dezember, 2007

Sat+Kabel zur Partie der Bayern gegen Aberdeen, die live von ProSieben übertragt wird. Hervorhebung wie immer von mir

Ob es Bayern München schafft, ins Viertelfinale des UEFA-Cups zu kommen, das können Fußballfans am 21. Februar live auf ProSieben verfolgen.

Liebe Sat+Kabel - Redaktion, was kommt denn im UEFA-Cup nach der Zwischenrunde? Die PM von ProSieben schreibt übrigens vom Achtelfinale. Tststs

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Sat+Kabel und der Fehlerteufel

Verfasst von Felix am Donnerstag,20 Dezember, 2007

Mir ist in der letzten Zeit immer öfter aufgefallen, dass bei Sat+Kabel sehr unordentlich recherchiert wird. Aus einer Meldung bezüglich der Programm-Highlights von PREMIERE-HD im Februar heßt es. Ich zitiere wörtlich (Hervorhebungen von mir):

Sportfreunde dürfen sich an jedem Spieltag auf eine ausgewählte Partie der Fußball-Bundesliga in HDTV freuen. Bereits fest stehen die Begegnungen der beiden ersten Rückrunden-Termine. Am 1. Februar hat Hansa Rostock den Rekordmeister FC Bayern München zu Gast, am 8. Februar kommt Arminia Bielefeld in die Frankfurter Commerzbank-Arena. Auch in der Champions-League steht an jedem Spieltag ein HD-Spiel auf dem Programm. Für das Achtelfinale am 19./20. Februar hat Premiere noch keine Entscheidung getroffen.

1. Also nur mal zum Verständnis: Es gibt an jedem Spieltag drei Spiele in HD
2. Es ist bei weitem nicht die Regel, dass es nur eine Partie pro Spieltag gibt in der CL.
3. Wie kann PREMIERE für das Achtelfinale schon eine Entscheidung treffen, wenn es noch gar nicht ausgelost wurde?

Deshalb mal eine fehlerfreie Meldung von mir jetzt. Morgen Auslosung von CL und UEFA-Cup (live bei Eurosport und PREMIERE) ab 11.55 Uhr. Ich blogge live mit.

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Podcasts hier, da und überall

Verfasst von Felix am Mittwoch,19 Dezember, 2007

Podcastnutzer sind generell sehr aktive Onliner. Es wird differenziert zwischen Heavy-Usern, die sich durch eine intensivere und regelmäßigere Nutzung auszeichnen, Light-Usern, die Podcasts seltener und weniger zeitintensiv nutzen, sowie Podcastproduzenten, die selbst aktiv Podcasts ins Netz stellen. Bei einem größeren Teil der Light-User geht offenbar der Umfang der Nutzung zurück oder stagniert, während über die Hälfte der Heavy-User eine Zunahme ihrer Nutzung berichtet. Bei den Heavy-Usern ist eine wachsende Einbindung von Podcasts in den Medienalltag zu beobachten (Habitualisierung), während bei vielen Light-Usern ein Rückgang des Interesses zu konstatieren ist (Wear-out). Verantwortlich hierfür ist unter anderem der relativ hohe Zeitaufwand, den die Podcastnutzung erfordert. Kritik äußern viele Nutzer auch an mangelnder Qualität mancher Angebote.

Aus der aktuellen Media Perspektiven 11/2007. Dirk Martens und Rolf Amann haben die zunehmende Nutrzung von Podcast-Angeboten untersucht. Hier der gesamte Bericht. Insgesamt gibt es 1,3 Millionen Podcast-Nutzer.

Also beim Frühstück höre ich meist Football Daily von 5live, auf dem Weg zur Arbeit und zurück Der Tag von HR2, abends im Sessel gerne Football Weekly vom Guardian. Am Wochenende immer wieder gerne Fighting Talk, Sportsweek und 6-0-6 von der BBC. Und dann kommt da noch eine ganze Reihe von kurzen Podcasts, wie Kicker Podcast oder Nachrichtensendungen. Insgeamt habe ich 27 Podcasts abonniert, aber ich höre natürlich aus Zeitmangel nie alles, sondern das was mich besonders interesssiert. Bin wohl ein Heavy-User.

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Letztes Aufbäumen, letzte Chance zu punkten: Zwei Wochen vor dem Beginn der Vorwahlen in den USA

Verfasst von Felix am Dienstag,18 Dezember, 2007

Am vergangenen Donnerstag hatte sich die Demokraten noch einmal in Iowa versammelt, um erneut Fragen via Youtube-User und aus dem Publikum zu beantworten. CNN übertrug live, zudem hat die New York Times wieder ein Transkript der Debatte veröffentlicht. In Iowa beginnen am Donnerstag, 03 . Januar 2008, die parteiinternen Vorwahlen für die US-Wahl 2008. Und gerade in Iowa war die Situation bezüglich der Umfragewerte noch etwas enger, wobei auch hier jetzt sich das Pendel eher zu Hillary Clinton ausschlägt. Dennoch durfte ich feststellen, dass die Debatte von letzter Woche eine erstaunlich unterhaltsame war, weil die Zuschauer wirklich gute Fragen stellten und sich die Themen nicht wie sonst nur auf den Irak-Krieg und die heimische Wirtschaft drehten. Es gab Themenblöcke unter anderem zu den Themen Arbeitslosigkeit, wachsende Schere ziwschen Arm und Reich, Klimapolitik und sogar zu einer möglichen Gefahr der USA durch den zunehmenden Einfluss Chinas in Bereichen der Wirtschaft und im Finanzwesen.

Was auffiel, dass sowohl Hillary Clinton als auch Barack Obama in vielen Bereichen sehr kompetent rüberkamen, sich aber weitesgehend nicht direkt angriffen. Jeder wollte seine Position noch einmal klarstellen bzw. von seinem Gegenkandidaten abgrenzen. Da die Themen diesmal aber weiter gefächert waren und es auch um ganz essentielle politische Sachverhalte ging, war das Konfliktpotential eher gering, was der Debatte aber sehr gut getan hat.

In knapp zwei Wochen beginnen also die Vorwahlen (”Primaries”) in Iowa am 03. Januar, New Hampshire ist am 08. Januar dran. Am 10. Januar stellen sich die Kandidaten der Republikaner noch einmal den Zuschauern in einer Debatte. So wie es bis jetzt aussieht in den nationalen Umfragen, kann man davon ausgehen, dass der nächste Präsident auf alle Fälle aus dem Lager der Demokraten kommt. Viele der republikanischen Bewerber wirken blass und unbekannt in der Bevölkerung. Der ehemalige Bürgermeister New Yorks, Rudolph Giuliani, führt die partieninterne Umfrage mit 22% an, bei den Demokraten konnte Hillary Clinton ihren Vorsprung noch einmal ein bisschen ausbauen und liegt jetzt bei 44%, fast 20 Prozentpunkte vor Obama. Das war vor der Debatte vom Donnerstag. Neue Umfragewerte sehen Obama wieder deutlicher an Hillary Clinton dran. Aber noch einmal zur Erinnerung: Die Vorwahlen sind ausschließlich parteintern. Republikaner und Demoakraten müssen ihren Bewerber auswählen. Dass man sich natürlich nicht für einen Kandidaten entscheidet, der bei der Bevölkerung überhaupt nicht ankommt, dürfte auch klar sein. Und zur Not hat Hillary Clinton immer noch ihren Ehemann als Unterstützer.

Auch die Medien, Zeitungen und großen TV-Stationen stellen sich langsam auf die Vorwahlen ein und berichten sehr ausführlich, fast so ausführlich, dass man gar nicht alle Facetten mitbekommt. Im Nachfolgenden habe ich meine Liste zusammengestellt mit Websites, Blogs und Nachrichtenseiten, die ich für die beginnenden US-Vorwahlen für informativ und übersichtlich halte. Erste Anlaufstation sollte zunächst einmal CNN sein. Desweiteren kann ich empfehlen (die Liste darf in den Kommentaren gerne ergänzt werden):

Zu guter letzt noch ein Lesetipp: Der Economist hat ein sehr lesenswertes Porträt über Barack Obama veröffentlicht.

Und natürlich wird auch hier regelmäßig auf die Vorwahlen geschaut.

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