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Archiv für 'Historisches' Kategorie


TV-Tipp: Joschka - eine Karriere

Verfasst von Felix am Dienstag,25 März, 2008

Joschka Fischer - Schulabbrecher, Straßenkämpfer, Grünen-Chef, Außenminister und dann Gast-Professor in Princeton: Szenen aus der wechselvolle Karriere eines “68ers”. Unter diesem Motto läuft heute Abend um 20h15 der erste Teil der zweiteiligen Dokumentation über Joschka Fischer anlässlich seines 60. Gebutstages am 12. April.

Es sind Szenen einer wechselvollen Karriere, aber es ist auch ein Stück Zeitgeschichte. Er war meiner Meinung nach einer der fähigsten Politiker der letzten 15 Jahre. Sicherlich kein einfacher Mensch, aber ein sehr guter Außenminister, der auch zu unbequemen Entscheidungen gestanden hat.

Joschka - eine Karriere heute um 20h15 im Zweiten. Das ZDF hat zudem ein Special über Joschka Fischer online gestellt.

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Grieving Still - Gedenken an den 11. September 2001 (Update)

Verfasst von Felix am Freitag,7 September, 2007

(Update Freitag 22:30 - ich hatte Phoenix in der Liste übersehen. Am 11.09. gibt es von 17.00-18.30 Uhr ein Special mit Berichten aus den USA und am Abend um 22.15 Uhr eine Diskussionsrunde mit dem Titel: “Freiheit oder Sicherheit - Der Fluch des 11. September”)

Kommende Woche ist der sechste Jahrestag der Anschläge von Washington und New York. Es ist ja in den letzten Jahren viel über den Tag und die weltweiten Folgen geschrieben, unter anderem auch, ob dieser Tag die Welt verändert hat. Daran will ich mich nicht beteiligen. Vielmehr möchte ich eine Übersicht erstellen mit interessanten Filmen und Sendungen zu Thema, die in den kommenden Tagen laufen werden und die ich mir größtenteils auch anschauen werde, weil darunter auch einige TV-Premieren sind. Denn dass dieser Komplex weiterhin von dringender Aktualität ist, haben die letzten Tage in Deutschland gezeigt.

Sonntag, 09.09.07
20:15 Flug 93 (Premiere 3)
Am 11. September 2001 startet Flug United 93 von New York nach San Francisco. Plötzlich kapern Terroristen das Cockpit. Als den Passagieren klar wird, dass der Jet als fliegende Bombe dienen soll, entschließen sich einige der Insassen, sich gegen die Hijacker zur Wehr zu setzen. Vor dem geplanten Attentats-Ziel stürzt die Maschine schließlich ab. - Beklemmend nüchterne, tief bewegende Schilderung der Ereignisse an Bord eines der 9/11-Terrorjets.

Montag, 10.09.07
20:15 The Path to 9/11 - Wege des Terrors (1.Teil) (Premiere 1)
Aus unterschiedlichen Perspektiven werden die Terroranschläge geschildert. Etwa aus der Sicht von Ex-Terrorexperte John O’Neill (Harvey Keitel), der seinen Dienst beim FBI quittiert, weil man dort seine Warnungen vor Osama bin Laden nicht ernst nimmt. Fatalerweise tritt O’Neill daraufhin einen Posten als Sicherheitschef im World Trade Center an. - Packender Mix aus eindringlichem Drama und Tatsachenbericht.

Dienstag, 11.09.07
16:10 Countdown to Ground Zero - Die Retter im WTC (N24)
19:20 Countdown des Schreckens - Der Todesflug von New York (Discovery Channel)
20:15 The Path to 9/11 - Wege des Terrors (2.Teil) (Premiere 1)
20:15 Der 11. September 2001 - Mythos und Wahrheit (ZDF)
20:15 Die Spur des Terrors (Doku USA 2006) (Discovery Channel)
Terroristen schlagen überall und jederzeit zu: Passagierflugzeuge, Hochhäuser, selbst Kriegsschiffe befinden sich in ihrem Fadenkreuz. Die Taktik ist immer eine andere, das Ziel stets das gleiche: Angst und Schrecken zu verbreiten. Doch in den Agenten des FBI, des Federal Bureau of Investigation, und des NCIS, des Naval Criminal Investigative Service, haben die Terroristen starke Gegner.

20:15 Die Helden von Flug UA 93 - Widerstand über den Wolken (Kabel1)
Attentäter entführen zwischen 8.10 und 9.30 Uhr vier Verkehrsflugzeuge auf Inlandsflügen, lenken zwei davon in die Türme des World Trade Centers in New York City und einen in das Pentagon in Arlington, Virginia. Ein weiteres Flugzeug mit unbekanntem Anschlagsziel stürzt nach Kämpfen zwischen Attentätern und Besatzung sowie Fluggästen in der Nähe von Pittsburgh ab. Was aber geschah wirklich auf diesem Flug? Der Film ist immerhin für den “Emmy” nominiert.

22:10 Todesflug am 11. September (Premiere 1)
Ein ganz normaler Linienflug am Morgen des 11. September 2001: Arabische Terroristen kapern die Maschine von Flug 93 und wollen sie als Waffe gegen die USA benutzen. Als die Passagiere von den Anschlägen in New York erfahren, nehmen sie ihr Schicksal in die eigene Hand. - Packende TV-Produktion über den Tag, der die Welt bewegte. Nominiert für einen Emmy.

22:20 Überlebt im Nordturm - Das Wunder vom 11. September (Kabel 1)
23:20 9/11 Chaos am Himmel - Als die USA den Luftraum räumte (Kabel 1)

23:40 Flug 93 - Widerstand in der Luft (Discovery Channel)
Bis heute ist nicht eindeutig geklärt, wie die Maschine des Fluges 93 am 11. September 2001 in die Gewalt von Terroristen geriet und warum sie über Pennsylvania abstürzte. Mit Hilfe von Originalaufnahmen, Interviews mit den Hinterbliebenen und vor allem der Auswertung des Voice Recorders und der Telefonate versucht diese Dokumentation, das Geschehen an Bord zu rekonstruieren.

01:15 Flug 175 - Angriff auf das World Trade Center (Discovery Channel)
11. September 2001: Die Maschine des Fluges 175 wird von Terroristen entführt. Verzweifelt versucht die Flugbehörde Kontakt zu den Piloten herzustellen. Um 9.03 fliegt die Maschine in den Südturm des World Trade Centers, der kurze Zeit später in sich zusammenstürzt und über 600 Menschen unter sich begräbt. Die Dokumentation erläutert, welche Konsequenzen sich aus dem 11. September für die Welt ergaben.

Diese Dokus und Filme halt ich für sehenswert. Natürlich gibt es dabei auch inhaltliche Überschneidungen. Möge sich jeder das raussuchen, was ihn am meisten interessiert.

Felix

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30 Jahre nach dem Deutschen Herbst - Helmut Schmidt zur Schuld von damals

Verfasst von Felix am Montag,3 September, 2007

Es ist eines der bemerkenswertesten und fesselndsten Interviews, die ich seit langem gelesen habe - und dafür verehre ich die ZEIT. Chefredakteur Giovanni di Lorenzo befragte den damaligen Bundeskanzler zu seinen Gefühlen, Gedanken und Handlungen.

Es wird sehr schnelle deutlich, dass Helmut Schmidt es schwer fällt über die Ereignisse von 1977 zu sprechen. Zu Beginn gelingt es di Lorenzo auch nur schwer, wirklich stichhaltige Aussagen aus dem EX-Bundeskanzler zu bekommen. Zum Glück aus Leser-Sicht sitzt die Frau Helmut Schmidts, Loki Schmidt, mit beim Interview und mischt sich unabsichtlich immer wieder mit Erfahrungen und Gedankenansätzen ein. Somit wird auch Schmidt selbst offener und spricht sehr deutlich über seine Reaktionen von damals und über den Deutschen Herbst allgemein.

ZEIT: Wenn Sie sagen, dass Sie im Krisenstab die Erfahrung des Krieges geeint habe, meinen Sie die Erfahrung des Todes?
Schmidt: Zum Beispiel. Die Erfahrung des Todes, die Erfahrung der Todesgefahr.
ZEIT: Ist es auch die Erfahrung des Getötethabens?
Schmidt: (spricht sehr leise und verhalten) Das ist dasselbe.
ZEIT: Danach waren Sie alle also erwachsen, abgehärtet?
Schmidt: Ja.
ZEIT: Auch verroht?
Schmidt: Jeder Krieg bringt Verrohung mit sich, auf allen Seiten.

Es wird sehr schnell deutlich, dass die Zeit und die Ereignisse von damals Helmut Schmidt mehr bewegt haben, als es zu Beginn des Interviews den Anschein hat.

ZEIT: Sie haben 1989 geschrieben, dass zu Ihren schlimmsten Erinnerungen jene Stunde gehört, als Sie während der Trauerfeier neben der Witwe Schleyer saßen.
Schmidt: Ja, mir war natürlich immer klar, dass ich nicht nur in den Augen von Frau Schleyer oder ihres gemeinsamen Sohnes Hanns Eberhard Schleyer, sondern auch in meinen eigenen Augen mitschuldig war am Tode von Hanns Martin Schleyer. (spricht sehr leise) Das war mir immer klar. Das war mir auch klar in den ganzen Wochen, in denen wir ihn gesucht haben. Wenn es nicht gelingt, bist du selbst mitschuldig.

Sehr eindrucksvoll zieht Helmut Schmidt Bilanz gegen Ende des Interviews.

ZEIT: Wenn Sie sich das Ganze vom Ende her anschauen, nach diesen 44 Tagen: Da sind die Geiseln der Landshut befreit, Hanns Martin Schleyer ist geopfert, die Entführer sind nicht gefasst, die drei wichtigsten RAF-Gefangenen, die vor Gericht verurteilt werden sollten, haben sich durch Selbstmord dem Prozess entzogen. Der Staat hatte nicht nachgegeben. Aber hatte der Rechtsstaat auch gesiegt?
Schmidt: Der Rechtsstaat hat nicht zu siegen, er hat auch nicht zu verlieren, sondern er hat zu existieren!
ZEIT: Und was ist bei Ihnen zurückgeblieben?
Schmidt: Ich würde das wiederholen, was ich in der von Ihnen zitierten Rede vor 30 Jahren im Bundestag gesagt habe. Ich bin verstrickt in Schuld – Schuld gegenüber Schleyer und gegenüber Frau Schleyer und gegenüber den beiden Beamten in Stockholm – dem Militärattaché Andreas Baron von Mirbach und dem Wirtschaftsattaché Heinz Hillegaart, die umgebracht wurden.

30 Jahre nach dem Deutschen Herbst gerät das Bewusstsein für die sehr schreckliche Zeit wieder in den Vordergrund. Das Erste bringt eine zweiteilige Dokumentation über die RAF und den Deutschen Herbst. Sendezeiten sind am Sonntag, 09.09., um 21.45 Uhr und am Montag, 10.09., um 20.15 Uhr. Das ZDF strahlt bereits morgen um 20.15 Uhr die Dokumentation mit dem Titel “Das Wunder von Mogadischu” über die Entführung der Landshut aus. Die ZEIT bringt in ihrem Magzin ZEIT Geschichte ein Spezial zur RAF unter anderem auch mit einem längeren Bericht von Helmut Schmidt. Das Heft erscheint am Donnerstag.

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