Drei Wochen vor den Vorwahlen in Pennsylvania gehen Hillary Clinton langsam die Argumente aus
Verfasst von Felix am Dienstag,1 April, 2008
Seit Anfang März, seit den überraschenden und teils deutlichen Erfolgen von Hillary Rodham Clinton, ist Vorwahlpause bei den Demokraten. Eine Pause, die eigentlich nur einem wirklich zu Gute kommt - John McCain von den Republikanern. Heute in drei Wochen finden dann die Vorwahlen in Pennsylvania statt, eigentlich ein Staat, der eher Clinton liegt, hoher Anteil von weißen, älteren, katholischen Menschen. Eigentlich eine Bühne, auf der man sich wieder richtig präsentieren kann. Aber ob es überhaupt soweit kommt beziehungsweise es möglicherweise der letzte Auftritt ist, wird hier nicht beantwortet werden können. Aber es ist wahrscheinlich. Hillary Clinton hat man zwar im Schnitt durchaus 10-15 Prozentpunkte Vorsprung in den Umfragen in Pennsylvania, aber seit zwei Wochen tut sich rein gar nichts in irgendwelchen Meinungsschwankungen. Das mag und kann man durchaus positiv bewerten für Clinton, aber es zeigt eben auch: Die Wähler und Anhänger der Demkraten haben solange das Gefühl der Poltikmüdigkeit - sie wollen eine Entscheidung. Entweder Obama oder Clinton. Und wie es aussieht: Dann eher Obama. Wirklich lange kann man sich damit nicht mehr rumschlagen. Obama und vor allem Clinton sinken in ihren persönlichen Umfragewerten signifikant ab, John McCain von den Republikanern sonnt sich, macht Reisen durch die Welt, tritt so auf, als wäre er mit einem Bein schon im Weißen Haus.
Und die Pause kommt den Demokraten auch nicht wirklich gut. Das haben auch die wichtigsten Leute der Partei so langsam erkannt. Howard Dean sorgt sich besonders. Die letzten Wochen haben aber eben auch gezeigt, dass die Zeit und die Argumente für Hillary Clinton immer dünner werden. Gerade die erfundene Geschichte mit dem möglichen Beschuss bei einem Besuch in Serbien hat sich enorm negativ auf ihre Popularität ausgewirkt. Und besonders nett fand ich dann ihre Entschuldigung: Menschen machen auch mal Fehler. Also, wenn man sich an bestimmte Sachen nicht mehr richtig erinnert, dann macht man auch nicht solche bewussten Aussagen, wie Clinton es tat. Keine Frage, dass auch Barack Obama vor Problemen und Schwierigkeiten stand. Aber er hat sie, unter anderem mit der Rede über die Frage des Rassismus in den USA, weitaus eleganter gelöst als Clinton. Und vor allem: Er hat sich die Probleme nicht selbst gemacht. Clinton lag nach ihren Erfolgen gut im Rennen - und schießt dann ein bemerkenswertes politisches Eigentor. Und auch andere Tatsachen sprechen gegen Clinton. Immer mehr Superdelegates laufen ins Obama-Lager, zuletzt die Senatorin von Minnesota, Amy Klobuchar. Und dann ist es eben auch noch der Rückstand in den Delegiertenstimmen, den sie auch bei deutlichen Siegen in allen noch ausstehenden Vorwahlen nicht mehr aufholen wird. Dass Barack Obama einen Austritt verneint, ist auch nicht verwunderlich, liegt er doch immer noch in Führung und braucht nicht nach hinten schauen.
Und es ist eben auch ein bisschen die politische Stimmung. Die Demokraten fürchten vor allem darum, dass sie mit den immer länger andauernden Streitigkeiten McCain ungewollt zum Favoriten für das Präsidentenamt machen. Das soll auf alle Fälle verhindert werden. Die Stimmen von vielen Seiten nach einer Aufgabe von Hillary Clinton werden immer lauter. Gerade durch ihre Handlungen in der letzten Woche hat sie ihre Angriffsfläche vergrößert. Irgendwann wird auch Hillary Clinton einsehen müssen, dass sie aus diesem Rennen aussteigen muss - zum Wohle der Partei. Das könnte, auch wenn es eine herbe politische Niederlage wäre, ihr wieder ein Stück an Glabwürdigkeit zurückbringen. Denn die vielen Niederlagen in den Vorwahlen hat auch sie mit zu verantworten. Die Zeit läuft gegen Hillary Clinton.


