Wochen der Wahrheit in der Western Conference
Verfasst von Felix am Mittwoch,27 Februar, 2008
Knapp sechs Wochen dauert jetzt noch die regular Season in der NBA, am 15. April gibt es zum Abschluss die Aufeinandertreffen zwischen den Phoenix Suns und den Portland Trail Blazers und die Dallas Mavericks empfangen die New Orleans Hornets. Und wenn das so eng weitergeht in der Western Conference, dann dürfte diesen Spielen vielleicht sogar noch eine ganz besondere Schlüsselrolle zukommen.
Neun Teams, vielleicht sogar noch 10, wenn die Trailblazers mal wieder eine Serie starten können, kämpfen wohl um die acht Playoff-Plätze. Man kann dann wohl schon erstmal froh sein, wenn man dabei ist. Gegen wen man dann im Playoff-Viertelfinale spielen wird, scheint erstmal nicht dringenster Punkt der Agenda zu sein. Für die Fans ist solch eine Konstellation natürlich ein Traum, wenn wirklich jedes Spiel enorm wichtig ist, es keine Ausrutscher oder Schwächephasen mehr geben darf.
Zurzeit sind die Los Angeles Lakers das Top-Team im Westen (40-17), sind seit neun Spielen ohne Niederlage. Der Wechsel von Paul Gasol aus Memphis war für die Lakers wie ein Segen, eine echte Verstärkung, die nebenbei auch Kobe Bryant entlastet. Der dankt dies mit nahezu perfekten Vorstellungen, ist in absoluter MVP-Form. Nach einer Schwächephase Anfang Febraur sind auch die San Antonio Spurs (38-17) wieder in guter Verfassung, haben die letzten sechs Partien gewonnen und haben mit Manu Ginobili einen Spieler, der bei Formschwäche von Parker und Duncan ein Spiel zur Not mal auch im Alleingang entscheiden kann. Auf den Plätzen folgen die Phoenix Suns, die Utah Jazz und die New Orleans Hornets. Diese drei Teams sind so ein bisschen wie eine Wundertüte mit ein paar Fragezeichen. Bei Phoenix stellt man sich vor allem nach der Klatsche gegen die Detroit Pistons am Sonntag die Frage, wie gut und wie weit Shaquille O’Neal in die Mannschaft integriert werden muss. Und interessant ist dann eben auch die Komponente der Erfahrung. New Orleans, letztes Jahr meilenweit von den Playoffs entfernt, muss jetzt eben auch in den entscheidenen Phasen auf den Punkt da sein um die gute Ausgangssituation nicht zu verspielen. Auf die Schiene Erfahrung setzt man auch in Texas, die Dallas Mavericks sind also die Hillary Clinton der Western Conference, etwas abgeschlagen zurück, teilweise auch chancenlos gegen die Lakers und Spurs, aber eben - so hofft man - mit der nötigen Erfahrung und auch der spielerischen Klasse die Playoffs sicher zu erreichen und dort auch für Erfolge zu sorgen. Die Kombination Jason Kidd/Dirk Nowitzki findet immer harmonischer zusammen, zudem hat man Jamaal Magloire von den New Jersey Nets als Ersatz für Diop verpflichtet. Magloire hat mit Jason Kidd in New Jersey gespielt, dürfte also gute Unterstützung bei der Eingliederung bekommen. Aber wie gesagt, die Mavericks müssen sich noch steigern, sind nur sechstbestes Team im Westen, im Nacken sitzen die Houston Rockets und die Goldon State Warriors. Die Rockets waren das Team der letzten Wochen, setzten eine Siegesserie von 13 Spielen am Stück hin. Blöderweise hat sich Superstar Yao Ming verletzt und fällt mit einem Fußbruch bis zum Ende der Saison aus. Über die Auswirkungen auf die Playoff-Hoffnungen wird in den USA leidenschaftlich diskutiert. Und dass die Goldon State Warriors vor den Playoffs noch Siegesserien starten können, haben sie letztes Jahr gezeigt. Ausgang im Westen also völlig offen.
Und wer sich mal die nächsten sieben Tage anschaut, der sieht zahlreiche Topspiel im Westen - und so geht das dann im Rhyhtmus bis Mitte April. Bereits heute Nacht empfängt New Orleans die Phoenix Suns. Und für Dallas ist es sowieso eine ganz ganz entscheidene Woche. Am Donnerstag ist man bei den San Antonio Spurs zu Gast, empfängt am Freitag dann die Sacramento Kings und muss am Sonntag zu den LA Lakers, die ihrerseits am Freitag nach Portland müssen, was auch keine leichte Aufgabe darstellt. Für Dallas geht es nach dem Ausflug nach Kalifornien gleich einen Tag später zu den Utah Jazz. Also drei direkte Konkurrenten für die Mavs in den nächsten sieben Tagen, sowas nennt sich dann wohl Standortbestimmung. Und kommende Woche geht es unter anderem gegen die Houston Rockets.
Und in der Eastern Conference? Miami kann noch gewinnen, ansonsten aber viel viel Leerlauf. Zum großen Teil sind die Plätze eigentlich schon vergeben. Der Osten kann dann aber immerhin den Westen ärgern. Für Boston kann man in den nächsten Tagen mal wieder unter Beweis stellen, dass man das beste Team im Osten ist, wenn es gegen Cleveland und die Detroit Pistons geht.
Für die Mavericks also eine stressige Woche. Das Spiel am Sonntag bei den Lakers werde ich ab 21h30 live mitbloggen.


