Medien, Sport und Politik

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Archiv für Februar 22nd, 2008

Ein ruhiger Obama, eine ruhige Hillary Clinton

Verfasst von Felix am Freitag,22 Februar, 2008

Ich bin am frühen Abend dazu gekommen die Freitagnacht stattfindende Debatte der Demokraten in Austin/Texas mir anzuschauen. Vorne weg: Ich fand die Veranstaltung mehr als lasch, wirklich Neues haben wir nicht erfahren - und auf mich wirkte Hillary Clinton mehr als chanenlos Obama in die Defensive zu drängen. Besonders beim Vorwurf des Kopierens von Reden durch Barack Obama gab es sogar viele Buh-Rufe für Hillary Clinton. Am besten hat mir noch die Moderatorin Campbell Brown gefallen, aber nicht nur wegen des sehr guten Aussehens.

Die Debatte fand in der University of Texas statt. Zu Beginn wurden beide Kandidaten auf die Bühne gerufen und vom Publikum frenetisch gefeiert. Es gab ein Gruppenbild mit dem Präsidenten der Universität. Die Debatte war im Vorfeld mit großer Spannung erwarten worden. Texas wird wohl mutmaßlich ein entscheidener Staat sein im Prozess der Nominierung eines Präsidentschaftskandidaten, zudem richteten sich alle Augen auf Hillary Clinton, die über diese Debatte nach 10 Vorwahl-Niederlagen wieder Fuß fassen wollte. Es war vielleicht ihre letzte Chance.

Neben den vielen nationalen Themen, wie Irak-Krieg, Gesundheitsvorsorge und Wirtschaft, gab es zahlreiche lokalspezifische Themen, wie Grenzkontrollen, Einwanderung und auch das Zusammenleben und Miteinander unterschiedlicher Kulturen. Ein Sender für die Hispanics hat die Debatte in Spanisch übertragen.

Beide begannen mit einem Eröffnungsstatement - und da wurde mir schon irgendwie klar, dass Hillary Clinton eher die ruhigere, besonnerer Schiene fährt an diesem Abend. Sie bringt viele persönliche Erfahrungen mit ein, will menschlich wirken, irgendwie so ein bisschen wie Obama. Der Senator aus Illinois beginnt die Debatte mit Erfahrungen aus dem Wahlkampf, erzählt drei Fallbeispiele und münzt das dann in eine Unterstreichung seiner Programmatik um. Was mich völlig verwundert hat, war, dass als erstes Thema die Beziehungen der USA zu Kuba thematisiert wurden. Vielleicht hängt das wohl mit der aktuellen Situation und mit dem Abtreten von Fidel Castro zusammen. Beide wollen in der post Fidel Castro - Ära Kuba verändern und zum eigenen Vorteil nutzen.

Dann kommt ein ganzer Berg an Themen, wie Immigration, wie Schulbildung und auch der ganze Wirtschaftskomple, wo kaum Unterschiede zwischen den Kandidaten deutlich werden. Die Angriffe beider gehen mehr in die Richtung der Regierung von Präsident Bush. Als Obama zum Beispiel die Unterschiede seiner Wirtschaftspolitik gegenüber der von Hillary Clinton erklären sollte, tat er sich schwer und wich, für die meisten aber eher unbemerkt, etwas aus. Gleiches galt dann aber auch für Hillary Clinton beim Thema Einwanderung. Dass es so viele Gemeinsamkeiten zwischen beiden Kandidaten gebe, wurde dann als Stärke der demokratischen Partei angesehen.

Obama, der einen feinen Anzug mit einer rot/lila Krawatte trug, spricht fast während der ganzen Debatte sehr langsam und ruhig, überlegt manchmal auch kurz wie er seine Sätze stellt, verwendtet dabei stets viele Elemente von Körpersprache, benutzt seine Hände zum Verstärken seiner Meinung, sucht stets Blickkontakt mit dem Publikum und den Moderatoren. Ganz ähnlich geht Hillary Clinton vor, vielleicht noch einen Tick agressiver und entschlossener in der Stimme, aber wirklich nur eine Nuance. Das Wort, das man übrigens am meisten hört, ist “agree”. Es war mehr eine Kuschel- und Wohlfühlveranstaltung der Demokraten. Eine aggressive, offensive, vielleicht auch leicht zickige Hillary Clinton hätte nur die ganze Atmosphäre versaut.

Bis auf einen Moment in der Debatte, als über den Vorwurf des Plagiatismus von Barack Obama gesprochen wurde. Er wieß die Vorwürfe zurück, bezeichnete die Diskussion darüber als “silly season”. Das sei nicht das, was das amerikanische Volk wolle. Probleme müssten gelöst werden. Obama bekam für dieses Statement sehr viel Applaus. Das konnte Hillary Clinton natürlich nicht auf sich sitzen lassen und konterte: “If your candidacy is going to be about words, then they should be your own words. “

Blöd nur für Hillary Clinton, dass diese Story sich entwickelt hat. Quasi ein klassisches politisches Eigentor, wenn es sich bestätigen sollte. Und so war im Prinzip auch der Abend. Ein friedliches Remis - mehr auch nicht. Aber Hillary Clinton brauchte einen überzeugenden Sieg. Der ist ihr nicht gelungen - und sollten sich Berichte von heute bestätigen, verliert sie es wahrscheinlich auch noch in der Nachspielzeit.

Die nächste Debatte der beiden ist dann in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch ab 00.45 Uhr deutscher Zeit live bei Phoenix. Der Sender übernimmt dabei das Signal von MSNBC und sendet auch in Zweikanalton. Man muss sich also nicht unbedingt die Übersetzung antun. Tolle Sache, dass Phoenix das macht.

Und irgendwie glaube ich auch, dass Bill Clinton’s Anwesenheit in diesem Wahlkampf Hillary Clinton mehr geschadet als genützt hat.

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Preview Premier League 27. Spieltag - Es zählen nur Punkte

Verfasst von Felix am Freitag,22 Februar, 2008

Nach einer Woche Pause durch den FA-Cup geht es nun mit dem 27. Spieltag der Premier League weiter, wir sind also voll drin im letzten Drittel der Saison. Die Spiele werden immer wichtiger, Punktverluste immer dramatischer.

PREMIERE zeigt am Wochenende nur vier Spiele aus der Premier League, obwohl man durchaus mehr zeigen könnte. Und auch in den nächsten Wochen sind einige Übertragungen, die eigentlich schon im TV-Guide verzeichnet waren, einfach wieder aus dem TV-Guide rausgeschmissen worden. Ich bin es mittlerweile Leid mich bei PREMIERE darüber aufzuregen, weil mir ehe nicht mehr geantwortet wird. Am Wochenende unternehme ich nochmal einen letzten Versuch. Aber mir soll es egal sein. Meine Kündigung ist raus - und wenn man sich spätestens im Sommer nichts bei Premiere einfallen lässt, dann war es das für mich. Und das völlig Unverständliche ist: Man hat noch nicht mal den Schneid seine Fehler und Versäumnisse zuzugeben. Abonnenten werden wie zahlende Arschlöcher behandelt. Und so will ich mich als treuer Abonnent nicht länger behandeln lassen. So, das als kleine Vorrede.

Das Thema Globalisierung der Premier League mit einem zusätzlichen Spieltag overseas sorgt weiter für Zündstoff. Mittlerweile werden die Pläne von fast allen Seiten kritisiert, seit gestern auch von der FA. Vier Gründe führt der Chairman der FA, Lord Triesman, für die fehlende Substanz des Planes. Erstens sind dies Probleme einen zusätzlichen Spieltag in der Saison unterzubringen, zweitens die eventuelle Befürchtung einer Verschlechterung der Chancen Englands für die Ausrichtung der FIFA WM 2018, drittens eine mögliche Wettbewerbsverzerrung und viertens die negative Stimmung unter den Fans über die Vorschläge. Das Votum der englischen Fußballfans sei wichtiger als die globalen Aktivitäten der Premier League. Der Plan könnte sich also wieder langsam in Luft auflösen. Nächste Woche muss der Premier League Chief Exekutive, Richard Scoudamore, bei FIFA-Chef Sepp Blatter antreten, der die Pläne und den Zustand der Premier League überhaupt aufs Übelste verabscheut. Dann dürften wir sehen, wie es weitergeht.

Wirklich aufregende Spiele bietet der 27. Spieltag nicht, das Monday Night Game ist das Topspiel des Spieltages. Ansonsten gibt es für die Großen Drei, Arsenal, Liverpool und Manchester United, lösbare Aufgaben.

Birmingham City - FC Arsenal London
Premiere live ab 13h40; Kommentar: Sven Schröter

Auch wenn es in der Champions League nicht so ganz rund ablief, ist der FC Arsenal in der Premier League weiter das Maß der Dinge, liegt fünf Punkte vor Kontrahent Manchester United. Man bliebt also auch nach dem 27. Spieltag weiter an der Tabellenspitze. Am Samstag geht es nun zu Alex McLeish nach Birmingham. Für City ist es ein ganz wichtiges Spiel, steht man doch nur dank des besseren Torverhältnisses auf einem Nichtabstiegsplatz. Doch kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass man dreifach gegen den FC Arsenal punkten wird. Die Situation könnte sich in Birmingham also weiter zuspitzen. Manuel Almunia wird aller Voraussicht nach wieder das Tor der Gunners hüten, für den gesperrten Eboue wird wohl Walcott von Beginn an über rechts agieren. Toure fehlt ebenfalls verletzt, dafür beginnt Senderos in der Innenverteidigung. Hinter den Einsätzen von Hleb und Adebyor steht noch ein Fragezeichen.

FC Liverpool - FC Middlesbrough
Premiere live ab 15h55; Kommentar: Marcel Meinert

Können die Reds den Schwung aus der Champions League mit in den Kampf um Platz Vier für die Premier League nehmen? Mit einem Sieg über das Team von Gareth Southgate wäre man zumindest für 50 Stunden Vierter und würde den Stadtrivalen Everton unter Druck setzen. Wie immer wird es interessant sein, wie Benitez aufstellt. Wer spielt im Sturm, wo spielt Gerrard, und gibt es ein 4-4-2, ein 4-3-2-1 oder gar nur ein 4-5-1? Zur Verfügung stehen alle Spieler, Benitez hat also die Qual der Wahl. Und an der Anfield Road wäre man wohl auch schon mit einem Sieg zufrieden, denn aus fünf der letzten sieben Partien holte man jeweils nur einen mageren Punkt.

FC Portsmouth - FC Sunderland
Vier Punkte über dem Strich ist der Sunderland, drei Punkte unter dem Strich ist der FC Portsmouth. Die einen wollen den Abstiegskampf entrinnen, die anderen in den UEFA-Cup. Sunderland hat sich die letzten Wochen ganz gut gemacht, wobei man auswärts eigentlich immer noch gar nicht antreten braucht. Man ist das schlechteste Auswärtsteam der Liga, hat nur zwei Punkte auswärts geholt. Portsmouth könnte den 100. Sieg in der Ära Harry Redknapp schaffen.

Wigan Athletic - Derby County
Es ist ein Must Win-Game für Wigan Athletic für die bereits schon praktisch abgestiegenen Rams. Wenn nicht jetzt, wann dann, lautet das Motto des Teams von Paul Jewell. Mit drei Punkten könnte man zumindest vorübergehend wieder ein kleines Polster zwischen sich und der Dead Zone schaffen, wenn es nicht gelingen sollte, Derby zu besiegen, dann dürften die Alarmglocken noch mehr leuchten. Wigan - zuletzt mit einem Sieg aus fünf Partien - kann wieder auf die Dienste von Emile Heskey zurückgreifen.

FC Fulham - West Ham United
Gleiches wie für Wigan Athletic gilt für den FC Fulham, blöderweise hat man einen deutlich schwierigeren Gegner mit den Hammers, die sich jetzt wohl doch im grauen Mittelfeld der Tabelle wiederfinden nach den Niederlagen gegen Wigan und dem Remis gegen Birmingham City. Dass Fulham wieder gewinnen kann, hat man vor zwei Wochen gegen Aston Villa gezeigt. Bloß war das der erste Sieg in acht Partien unter dem neuen Trainer Roy Hodgson. Gesegnet mit Selbstvertrauen ist man also nicht.

Newcastle United - Manchester United
Premiere live ab 18h10; Kommentar: Guido Hüsgen

Ich hatte es bereits vor zwei Wochen beim Live-Blogging der Partie gegen Aston Villa gesagt: Um Newcastle United muss man sich langsam Sorgen machen. Nur noch sechs Punkte auf einen Abtiegsplatz, und jetzt kommt Manchester United, die vor Selbsttvertrauen nur so strotzen (im Vergleich zu den Magpies). Newcastle mit nur einem Sieg in den letzten 12 Pflichtspielen. Unter der Ära Kevin Keegan gab es in den sechs Spielen keinen einzigen Sieg. Und die nächsten Gegner von Newcastle sind blackburn und Liverpool. Ein Sieg gegen die Red Devils wäre also mehr als gut, auch, wenn es sehr schwierig wird. Aber es ist ja auch mal Zeit, dass Kevin Keegan positiv überzeugt. Denn bis jetzt hat sich vom sportlichen Erfolg rein gar nichts verändert gegenüber seinem Vorgänger Sam Allardayce.

FC Reading - Aston Villa
Der FC Reading hofft den Heimvorteil zu nutzen und versucht die Abstiegsplätze wieder zu verlassen. Aber die Formkuve des FC Reading zeigt so dramatisch nach unten. Seit dem 1:1 gegen West Ham am Boxing Day hat man keinen Punkt mehr geholt. Das gute erste Saisondrittel ist längst aufgebraucht. Villa kann im Kampf um die Plätze Vier bis Sechs wieder auf Gabriel Agbonlahor zurückgreifen.

Blackburn Rovers - Bolton Wanderers
Das Spiel findet parallel zum Finale des Carling Cup statt, wird also auf der Insel wohl eher weniger Beachtung finden. Blackburn will an den UEFA-Cup Plätzen dranbleiben, Bolton mit dem Einzug ins Achtelfinale des UEFA-Cup im Rücken Punkte gegen den Abstieg sammeln.

Manchester City - FC Everton
Premiere live ab 20h55; Kommentar: Markus Gaupp

Der Spieltag schließt mit dem sehr attraktiven Monday Night Game zwischen Manchester City und dem FC Everton. Die Toffees kamen am Donnerstag zu einem souveränen 6:1 gegen Brann Bergen und stehen somit souverän im Achtelfinale des UEFA-Cup gegen den AC Florenz. Tolle Konstellation. Nun geht es am Montag erstmal darum den vierten Platzzu festigen. ManCity kann aber bei einem Sieg nach Punkten mit dem FC Everton gleichziehen. Dürfte damit das Spitzenspiel sein, ich verspreche mir zumindest einiges. Und wer die letzten Auftritte von ManCity daheim gesehen hat, darf feststellen, dass der FC Everton bei weitem nicht ohne Chance ist.

Und dem aufmerksamen Leser dürfte jetzt hier auffallen, dass zwei Teams fehlen. Der FC Chelsea spielt am Sonntag ab 16h00 gegen die Tottenham Hotspur im Wembley Stadium um den ersten Titel der Saison. Premiere zeigt das Carling Cup Finale ab 15h55. Es kommentiert Markus Gaupp. Alles weitere dazu hier im Live-Blogging am Sonntag. Das Monday Night Game werde ich ebenfalls live begleiten.

Einen schönen Start ins Wochenende

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