Ich hielt Kurt Beck bis jetzt durchaus für einen fähigen, durchaus volksnahen Politiker, aber seit heute muss ich meine Entscheidung ein bisschen revidieren. Heute Morgen kam über die Meldungen folgende Aussage:
“Dann machen wir´s halt so.”
Aussage von Kurt Beck bei einem Abendessen unter Vertretern der Hessen-SPD, so der Kölner-Stadtanzeiger
Da standen bei mir schon die Haare zu Berge. Denn das wäre glatter Wahlbetrug, ein Bruch mit den Wahlversprechen. Das hätte ich Kurt Beck eigentlich nicht zugetraut. Aber vielleicht muss auch er seine Macht innerhalb der Partei unter Beweis stellen - zulasten des Ansehens und des Vertrauens in unsere Politiker. Heute Abend gab es dann zumindest eine kleine Einschränkung von Kurt Beck:
“Es wird keinerlei Absprachen oder sonstige Vereinbarungen irgendwelcher Art, auch nicht über eine Tolerierung durch Die Linke, geben.”
Wieso hat Kurt Beck nicht den Schneid zu sagen, dass man die Stimmen der Linke bei einer möglichen Wahl von Ypsilanti nicht akzeptiere? Ist das so schwierig? Denn nur so wäre es der Wahrheit vor dem Wahlkampf entsprechend. “Wir brauchen die Linke nicht”, hieß es aus Seiten der SPD.
Und wie blöd kann man aus Sicht von Kurt Beck sein? Sonntag sind Wahlen in Hamburg, die SPD holt sukzessive in den Umfragen auf - und dann kommt der Teddy-Bär aus der Pfalz mit solchen Überlegungen. Die Opposition reitet selbstverständlich auf Becks Aussagen, die der SPD durchaus Stimmen in Hamburg kosten können.
Ein weiteres tauriges Kapitel im zunehmenden Auseinanderdriften von Volk und Politik. Danke Herr Beck. Sehr viel dümmer kann man Vertrauen in Hessen nicht schneller verbauen - noch bevor überhaupt die Legislaturperiode dort begonnen hat.


