[12h08] Im Lager der Demokraten gibt es die ersten, die die Segel streichen. Der Senator von Delaware, Joe Bidden, und der Senator von Connecticut, Chris Dodd, haben nach 1% bzw. 0,2% aufgegeben. Bill Richardson erzielte in Iowa lediglich 2%. Alles auch nur eine Frage der Zeit, wann er finanziell die Fahnenstange erreicht hat. Im Prinzip wird es dann der angekündigte Dreikampf zwischen Obama, Edwards und Hillary Clinton.
[08h38] Change we can believe in. Einen schönen Start ins Wochenende. In den nächsten Tagen dann alles Wichtige zu den Landtagswahlen in Niedersachsen und Hessen an dieser Stelle.
[08h31] Kompliment an CNN für eine tolle Wahlberichterstattung in der Nacht. Habe zwar nicht alles gesehen, weil ich zwischendurch auch mal geschlafen habe. Aber das, was ich gesehen habe, war seriös, sachlich, fundiert und unterhaltsam aufbereitet. Man war live bei fast allen Reden der Kandidaten, hatte viele Gespräche vor Ort, dazu viele Tabellen, Grafiken und Analysen. Larry King war gut gelaunt und hatte viele nette Gespräche, unter anderem mit Rudolph Giuliani, der vor allem von seinen furchtbaren Kopfschmerzen erzählte. Na ja, bei etwas weniger als 5%…CNN hat jeden Freitag ab 20h00 deutscher Zeit eine Sondersendung zu den Vorwahlen. Auch am Dienstag, wenn Vorwahlen in New Hampshire sind, ist CNN wieder mit allem, was Rang und Namen hat, live vor Ort. Es gibt wieder eine Sondersendung in der Nacht. Das ZDF hat auch recht ausführlich im Morgenmagazin berichtet. Das war ganz gut anzuschauen. Klaus Peter Siegloch war live vor Ort. Hoffe ja mal, dass Claus Kleber sich auch mal wieder über den Teich traut als politischer Korrespondent.
[08h08] Die Medienvertreter und auch die Kandidaten selbst sprechen von historischen Ereignissen, von einem Wendepunkt in der amerikanischen Politik, von einem Signal für Wandel und einen Neuanfang. Für mich ist das alles noch viel zu hoch gegriffen. Bis jetzt ist noch ganz wenig passiert. Klar kann ich es von den Kandidaten verstehen, dass man Siege so vermittelt. Das gehört zum Geschäft. Nur, wenn ich einige Stimmen bei CNN oder ABC sehe und höre, denke ich schon immer, es sei alles entschieden. Das einzige, was jetzt erstmal zu verzeichnen ist, sind die großen Vorsprünge von Obama und Huckabee. Gerade aber der republikanische Sieger wird in New Hampshire kaum Land sehen. Interessant wird es dann am 05. Februar, beim Super Tuesday, wenn in zahlreichen Staaten Vorwahlen stattfinden. Und in den meisten Gebieten liegt Hillary Clinton vor Obama. Ziel muss es also sein, dass Obama den Rückenwind des Sieges mitnimmt und vor allem in den Staaten, in denen er hintenliegt, versuchen an Hillary Clinton vorbeizuziehen. Sonst nützt der Sieg in Iowa rein gar nichts. Und auch für Huckabee ist es noch ein ganz langer Weg. Bei Sky News war in der Morgensendung eben ein Gesprächspartner, der meinte, dass sechs Jahre nach 9/11 und mitten in zwei Kriegen gerade die unerfahrensten Kandidaten vorne liegen. Vor allem das muss Hillary Clinton deutlich machen, wenn sie wieder zurück ins Rennen will. Und gerade das Beispiel Huckabee zeigt ja, wie schnell die Veränderungen im politischen Geschäft der USA funktionieren. Vor drei Wochen kannte Mike Huckabee kaum jemand und jetzt soll er Favorit für das Amt des Präsidenten der USA sein? Noch ist ganz viel möglich. Auftakt gemeistert. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
[07h24] N24 berichtet übrigens gerade in einer 60-minütigen Doku über Bombenterror auf Bali. So erstmal Frühstück.
[07h18] Zur Beteiligung an den Caucuses: Bei den Demokraten gab es einen neuen Rekord an Unterstützern. 227.000 nahmen an den Vorwahlen teil (2004: 124.000), bei den Republikanern kamen 120.000 (2000: 87:000).
[07h12] Barack Obama zu seinem Sieg bei den Vorwahlen in Iowa
“On this January night, at this defining moment in history, you have done what the cynics said we couldn’t do. We are choosing hope over fear, we are choosing unity over division and sending a powerful message that change is coming to America.”
[07h01] So steht es dann insgesamt bei den Demokraten und Republikanern im Kampf um das Weiße Haus. Bitte beachten: Lediglich Iowa ist als festes Ergebnis offiziell, alle anderen Zahlen sind Umfrageergebnisse, die sich aufgrund der überraschenden Wendungen sicherlich noch einmal ändern werden.
[06h58] So, nach ein bisschen Schlaf, viel CNN und einem gut aufgelegten Larry King noch einmal die Ergebnisse, da jetzt alle Bereiche ausgezählt sind.
Demokraten: Barack Obama 38%, John Edwards 30%, Hillary Clinton 29%, Bill Richardson 4%
Ein erstaunlich überlegener Sieg für Barack Obama. Edwards konnte sich zudem noch gegen Hillary Clinton durchsetzen. Wenn es so etwas wie eine Überraschung gab, dann der große Abstand zwischen Obama und Clinton. Bei den Demokraten läuft es wohl also auf drei Kandidaten raus, Obama, Edwards und Clinton. Auch wenn Iowa immer so etwas wie ein Stimmungsbarometer war, Hillary Clinton wird defnitiv zurückkommen, allein schon weges ihrer finanziellen Möglichkeiten. 57% der Delegierten unter 30 Jahre stimmten für Barack Obama. Es wird unglaublich interessant, wer sich bei den Demokraten durchsetzt. Und wie verkraftet Hillary Clinton eine solche Niederlage?
Republikaner: Mike Huckabee 34%, Mitt Romney 25%, Fred Thompson 13%, John McCain 13%, Ron Paul 10%, Rudolph Giuliani 4%.
Auch hier ein deutlicher Vorsprung für den Baptistenprediger aus Arkansas, immerhin 9% vor Romney. Da waren die Umfragen im Vorfeld auch nicht so deutlich. Der Rest ist abgeschlagen, wobei noch mal erinnert sei, dass McCain vor allem auf New Hampshire setzt und dort in Umfragen führt. So begrenzt das Kandidatenfeld bei den Demokraten ist, so viele Möglichkeiten gibt es bei den Republikanern. Im Prinzip gibt es fünf, sechs Kandidaten mit gleich guten Chancen. Ob das im Rennen gegen die Demokraten überhaupt von Vorteil ist, bleibt abzuwarten. Vielleicht gegen ja auch einige auf. Aber sicher ist, dass nach den Primaries in New Hampshire nächste Woche das Blatt wieder ganz anders aussehen wird.
[06h41] Barack Obama in seiner Siegesrede: “Sie haben Hoffnung ausgewählt, nicht Furcht. Ein Neuanfang für Amerika.” Ein politischer Analyst sagte bei CNN: “The Numbers tell us this was da debate between change and experience, and change won.”
[06h37] Rudolph Giuliani bei Larry King auf CNN: “Respekt zu Barack Obama. Ich kenne ihn ganz gut. Er hätte vielleicht Republikaner werden sollen.”
[06h19] Alle großen Nachrichtensendern sind live drauf mit Analysen und Interviews. Mittlerweile werden die Ergebnisse als bestätigt angesehen. Topthema neben dem Sieg von Barack Obama ist die Niederlage von Hillary Clinton, die doch deutlicher ausgefallen ist als vermutet und von den Umfragen gekennzeichnet worden. Hillary Clinton hat sofort mitgeteilt, dass sie weiter um das Präsidentenamt kämpfen wird. “Ich bin so bereit für diese Vorwahlen und so bereit in Führung zu gehen.”
[06h11] Bei den Republikanern setzt sich Mike Huckabee durch. Er kommt auf 34%, vor Romney (25%) und Thompson (14%) und McCain (13%). 88% der Bezirke sind ausgezählt.
[06h05] Barcak Obama gewinnt die Vorwahlen der Demokraten in Iowa. Kommt auf 38%, Edwards wird zweiter mit 30%, noch vor Hillary Clinton mit 29%. Zurzeit 99% der Bezirke ausgezählt.
[04h48] Erste Hochrechnungen gehen von einem Sieg von Obama und Huckabee aus. Clinton und Edwards mit Kampf um den zweiten Platz.
[23h17] Sky News mit längerer Live-Schalte zum Korrespondenten nach Des Moines, Iowa. Eigentlich nichts Neues, ein paar nette Bilder und Einschätzungen. Auch die Situation für Hillary Clinton wurde begutachtet. Angeblich gehe sie nicht mehr von einem Sieg aus, würde sich also mit den Meldungen von vorhin decken, wonach Obama unerwartet Untersützung bekommen hat. Darum geht es wohl angeblich. Mal sehen, wie sich das entwickelt. Jetzt warten wir auf die Zahlen. Bis spätestens morgen in aller Frühe.
[22h36] Ein ganz wesentlicher Unterschied zu den Wahlkämpfen hier in Deutschland ist in den USA der Siegeszug des Internet und auch der Blogosphäre. Kandidaten stellen ihre Videos von Wahlkampftouren ins Netz, Debatten werden im Netz gezeigt, Fragen können via Internetplattformen an die Bewerber gesendet werden. Ich halte diese Möglichkeit für eine ideale Ergänzung auch für Deutschland. Die Parteien müssten sich nur dazu durchringen. Vielleicht könnte man so auch wieder neue Wähler und Interessierte gewinnen. Wie dem auch sei. In keinem anderen Land der Welt ist das Internet so politisiert wie in den Vereinigten Staaten. Die ZEIT widmet der Bedeutung des Internet im US-Wahlkampf ein paar Zeilen.
[22h23] Die letzten Umfragewerte von heute für die Vorwahlen in Iowa. Bei den Demokraten: Obama 28%, Clinton 28%, Edwards 26%, bei den Republikanern Huckabee 28%, Romney 26%, McCain und Fred Thompson 12%. Also bei den Demokraten ein Dreikampf, bei den Republikanern ein Zweikampf. John McCain hat sich vornehmlich auf New Hampshire konzentriert für die Vorwahlen am 08. Januar. (Quelle: Pollster John Zogby via Guardian Unlimited).
[22h16] Bei den Demokraten war die Kandidatenauswahl schnell gemacht. Hillary Rodham Clinton mit ihrer langjährigen politischen Erfahrung als Senatorin von New York und als Beraterin ihres Mannes Bill schielte sie schon seit Jahren auf diesen Job. Dank der Connections auch über ihren Ehemann war Hillary Clinton lange Zeit, auch was die finanzielllen Möglichkeiten anging, die klare Favoritin - und ist es eigentlich auch immer noch. Blöd nur für sie, dass sie in Iowa und New Hampshire hinter dem Shooting-Star Barack Obama liegt. Nationwide liegt sie aber klar vorne. Mit Obama ist ein Querseinsteiger in die Kandidatenkür gekommen, jemand der nicht den harten machtbewussten politischen Weg geht, sondern der die Menschen vereinen will, möglichst viele Menschen hinter seine Politik bringen will. Klarer Pluspunkt gegenüber Clinton ist seine enorme rhetorische Fähigkeit und vielleicht auch seine Unbekümmertheit. Viele Amerikaner wünschen sich nach Präsident Bush einen Neuanfang im Weißen Haus, Obama kann diesen mit seiner Distanz zum Washingtoner Klüngel vielleicht ganz gut meistern. Auf der anderen Seite steht ihm eine sehr erfahrene Hillary Clinton gegenüber. Senator John Edwards werden, wenn überhaupt, nur Außenseiterchancen eingeräumt. Interessant wird zu sehen sein, wie lange Edwards durchhält und wen (Obama oder Clinton) seine Anhänger unterstützen, wenn er vorzeitig aus den Vorwahlen aussteigt.
[21h55] Die Republikaner kamen nur schwerfällig in den Wahlkampf. Man hatte ein Kandidatenproblem, zu viele unbekannte und blasse Gesichter, die nicht mal im Ansatz Obama oder Hillary Clinton das Wasser hätten reichen können. Dann tauchte der ehemalige Bürgermeister von New York, Rudolph Giuliani, auf und gesellte sich zu den bisherigen Kandidaten dazu. Zumindest etwas Licht kam in die Runde. Man hatte einen gewissen Referenzpunkt, der viele Anhänger der Republikaner aber zutiefst spaltete. Giuliani mit seinem Imperium aus Beraterfirmen und ehemaligen Verstrickungen wurde nur ungerne gesehen. Aber immerhin ist es eine Persönlichkeit, die bekannt ist. Zu Not könnte man auch Giuliani für die breite Masse wählbar machen. Bis ein Baptistenprediger erschien. Mike Huckabee aus Arkansas ist seitdem der Shooting-Star bei den Republikanern. Er antwortete in einer TV-Debatte auf die Frage, ob Jesus als Gouverneur genauso wie Huckabee Todesurteile unterzeichnet hätte: “Jesus war zu schlau, um für ein politisches Amt zu kandidieren.” Mehr in einem Porträt in der ZEIT vom 19.12.07. Zumindest in Iowa liegt Huckabee in Umfragen vorne. Doch die Konkurrenz ist stark. In New Hampshire wird er keine Chance haben. Da sind zurzeit John McCain und Mitt Romney vorne, Giuliani abgeschlagen. Zumindest bei den Republikanern wird die Kandidatenkür erheblich schwieriger, weil mehr Kandidaten, aber nicht gleich mehr Qualität.
[21h40] Möglicherweise Vorsprung für Obama in Iowa? Angeblich soll Obama die Untersützung bekommen von einigen Kontrahenten aus dem eigenen Lager, mit der vorher nicht gerechnet wurde. Dies würde bedeuten, dass er den Vorsprung gegenüber Hillary Clinton ausbauen könnte.
[20h20] Wer Lust hat, kann sich ja mal genauer mit der Entwicklung der Umfragewerte beschäftigen. Die sind aber für die gesamte USA. Hillary Clinton ist dort bei den Demokraten deutlich vor Obama, lediglich in Iowa und New Hampshire liegt Obama leicht vor oder gleichauf mit ihr. Da dies aber die ersten beiden Stationen der Vorwahlen sind, hat dies durchaus Bedeutung. Mehr zu den Umfragen dann später noch.
[20h08] Was unsere selbst ernannten Nachrichtensender über die Vorwahlen berichten, ist völlig zu vernachlässigen. Thema des Tages, vorhin 30 Minuten im Programm bei N-TV, der Fall Madeleine. Und bei N24 kommt jetzt die Doku “Tötliche Notlandung”. Währenddessen gerade bei Sky News ein schöner Bericht aus Iowa mit Interview eines lokalen Journalisten. Werde also die nächsten Stunden bei BBC, CNN und Sky bleiben. Um 23.00 Uhr bringt Sky News eine Sondersenung live aus Iowa.
[20h00] CNN zeigt Bilder von den letzten Zügen des Wahlkampfes. Die Kandidaten mischen sich unter die Menschen, halten Reden. Bei einer Veranstaltung kommt Obama unter der Musik von U2 “City of Binding Lights” auf die Tribüne. Man geht zu Schulen, Sportvereinen, Kaninchenzüchtern. Einzigartig mit welchem Einsatz das Wahlkampf betrieben wird. Muss mir immer wieder die Augen reiben. Senator John Edwards von den Demokraten ist ohne Unterbrechung 36 Stunden durch den Bundesstaat getourt. Chancen als Präsident nominiert zu werden liegen für ihn vielleicht bei 0,5%.
[16h29] Fox News hat die Kandidaten im Wahlkampf begleitet.
[16h18] Und bereits vor einem Jahr haben die Vorbereitungen für den Wahlkampf begonnen. Insgesamt ist der Wahlkampf bis zum Amtsantritt des neuen US-Präsidenten also fast zwei Jahre lang. ABC hat eine Umfrage veröffentlicht, die sich genauer mit der Bedeutung des Internet und der Möglichkeit darüber Wählerstimmen zu erlangen beschäftigt.
[16h12] In Iowa ist jetzt früher Vormittag. Und im Gegensatz zu unserem Wahlverständnis ist, obwohl heute entschieden wird, der Wahlkampf vor Ort noch längst nicht vorbei. Bis zum bitteren Ende reisen die Kandidaten durch den Bundesstaat, suchen Gespräche und versuchen Menschen zu überzeugen und für ihre Politik zu gewinnen. Erschwerend kommt eben hinzu, dass sowohl bei den Demokraten wie auch bei den Republikanern das Rennen völlig offen ist (too close to call), möglicherweise also jede Stimme am Ende den Ausschlag geben kann.
[14h55] So ganz langsam kommen die Vorwahlen in Iowa ins Rollen. Für letzte Infos verweise ich auf meinen Blogeintrag von gestern. Fox News stellt noch einmal sehr ausführlich die Taktik und Programmatik der einzelnen Kandidaten vor.


